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Facebook-Reichweite der großen Player hijacken (Gastbeitrag)

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Ein Gastbeitrag von Martin Schneider - IllusionFactory.com 


Oft starrt man als „kleiner Fisch“ neidvoll auf die Reichweite großer Facebook-Seiten. 6-stellige Fanzahlen – wenn man die doch auch hätte. Aber vielleicht kann man sich diese Fanpower zunutze machen – indem man einen Nutzwert bietet, den der Große nicht ablehnen kann.

Die Film-Retter digitalisieren seit mehr als 10 Jahren alte Filme, Fotos, Dias und vieles mehr. Mit knapp 2.000 Fans ist die Fanbase überschaubar. Die Frage war also: Wie bekommt das kleine Team aus dem Rheinland eine größere Bekanntheit auf Facebook, ohne ein großes Werbebudget in Facebook Ads zu investieren? Toll wäre es, wenn man einen jener großen Fische dazu bekommen könnte, für einen Werbung zu machen.

Eine Direktansprache schien wenig erfolgversprechend. Warum sollte ein großer Player im Markt auf seinem Kanal über einen kleinen berichten? Welchen Vorteil hätte er davon? Keinen. Die Frage nach einer „Kooperation“ schied also aus, vor allen Dingen, weil die Film-Retter keine adäquate Gegenleistung bieten konnten.

Der Schlüssel zum Problem liegt in einem solchen Fall in einer Motivanalyse. Wo drückt dem großen der Schuh? Welches Problem hat er, wobei ihm der Kleine helfen kann? Die Erkenntnis kam eher zufällig, als ich über einen Post von DHL Paket stolperte. Eine freundliche Oster-Botschaft mit typischem DHL gebrandetem Eier-Motiv wurde fast ausschließlich von frustrierten DHL-Kunden und –empfängern kommentiert, die sich – völlig ohne Bezug zum Post – über fehlgeleitete Pakete, nicht zugestellte Sendungen oder eingeworfene Abholzettel beschwerten. Man muss DHL zugutehalten, dass sie die teils üblen Stänkereien nicht einfach löschen. Trotzdem war klar, dass ein großer Konzern wie DHL eine Herausforderung im Bereich Kundenzufriedenheit hat (auch wenn Sie es meiner Erfahrung nach deutlich besser machen als die meisten Wettbewerber).

Was haben wir gemacht?

Ein Schuh wurde daraus, als die Film-Retter von ihrem eigenen langjährigen DHL-Boten berichtet – ein engagierter Mitarbeiter, der immer fröhlich ist (egal, ob die Sonne scheint oder er völlig durchgeregnet zur Tür reinkommt) und der alles tut, damit die Pakete ihren Bestimmungsort sicher erreichen.

Bei den Film-Rettern erhält jeder Mitarbeiter einen eigenen Comic, der von einer Illustratorin eigens angefertigt wird. Diese Comics haben sich zu einem Markenzeichen für das Unternehmen und zu einem Identifikationsmerkmal im Team entwickelt. Da der DHL-Mitarbeiter schon so lange die Pakete bringt, dass er fast schon zum Team gehört, kam die Idee auf, ihm als Dankeschön für seine Freundlichkeit und Zuverlässigkeit seinen eigenen Mitarbeiter-Comic zeichnen zu lassen. Die Überraschung bei der Übergabe sorgte schon für feuchte Augen – allein dadurch hatte sich die Aktion quasi schon gelohnt.

DHL


Ein Facebook-Post mit einem Foto der Übergabe ging schnell viral – es stellte sich heraus, dass der Bote eine echte Fangemeinde in seinem Liefergebiet hatte. Der Post wurde nicht nur mit Dankesbotschaften geflutet, sondern auch viele Male geteilt. Nun gab es einen Nutzwert, mit dem man DHL sehr wohl ansprechen konnte: Ein virales Testimonial, wie toll DHL arbeitet und dass die Film-Retter sich alleine wegen dieses Mitarbeiters nie vorstellen könnten, das Versandunternehmen zu wechseln.

Ein paar Telefonanrufe später war die PR-Abteilung von DHL auf den Post aufmerksam geworden und brachte die Story auf ihrem eigenen Facebook-Kanal mit mehr als 115.000 Fans Reichweite – inklusive Link auf das Facebook-Profil der Film-Retter. Die Zugriffszahlen auf Profil und Website gingen durch die Decke und auch ein konkreter Boost in den Anfragen konnte klar der Aktion zugeordnet werden.

Als Zusatznutzen brachte DHL die Story auch im hausinternen Mitarbeiter-TV sowie einen Print-Artikel in der Mitarbeiterzeitung – und das nur für die Kosten eines gezeichneten Comics.

Fazit: Überlegt Euch, wo einem großen Facebook-Kanal der Schuh drückt, wie die Motivlage ist und wie Ihr einen Beitrag dazu leisten könnt, das Problem zu lösen. Wenn der Post nicht, wie im Fall der Film-Retter, von alleine viral geht, könnt Ihr den organischen Post auch mit Ads bewerben, um ein Grundrauschen darauf zu bekommen. Der große Player muss erkennen: Oh, das Thema ist interessant, das bringen wir auch! Schafft eine Win-Win-Situation und die Reichweite kommt kostenlos.

Über den Autor

Martin Schneider ist seit mehr als 20 Jahren Inhaber der Marketing-Agentur IllusionFACTORY aus Neunkirchen-Seelscheid bei Köln. Neben Websites und Online-Marketing ist eine Spezialisierung des Unternehmens Facebook-Marketing und Facebook-Recruiting für Industrie und Mittelstand.

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Autor

1 Kommentar

  • Cooles "Growth-Hacking" Beispiel Martin! Ihr habt ja auch Comic-Grafiken von euch auf der Website :)
    Generell sollten sich viel mehr Unternehmen, vor allem kleine und Startups - Gedanken darüber machen, wie sie mit geringem Einsatz auf unkonventionellen Wegen Reichweite erlangen können. Wie man solche Ideen entwickelt und Beispiele dafür, gibt es im Buch "Growth Hacking" von Sandro Jenny und Tomas Herzberger. Kann ich sehr empfehlen.

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