Google Ads Remarketing Kampagnen auch ohne Cookie (Pixel)

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Nicht zuletzt durch die DSGVO und sich fortlaufend verändernder Standardeinstellungen der Cookie-Akzeptanz in Browsern (Safari, Firefox, Chrome) und der nahenden ePrivacy-Verordnung, kann nicht jeder das klassische Remarketing einsetzen. 

Ich zeige dir hier Möglichkeiten auf, wie du trotz der vielleicht fehlenden Pixelintegration nicht auf die Remarketing-Möglichkeit verzichten musst. 

Allen anderen zeigen die anderen beiden Wege sehr spannende Möglichkeiten an, noch mehr Zielgruppen zu definieren.

Wie funktioniert Remarketing normalerweise?

Der Normalfall basiert auf einem Remarketing-Pixel, also ein HTML-Code, den du zentral auf all deine Webseiten einbinden sollst. Derzeit geht das mit dem "global Tag" (GTAG). 

Sobald ein Nutzer auf deine Seite kommt und dieser Pixel aufgerufen wird, veranlasst es den Browser im Auftrag von Google ein Cookie (kleine Textdatei, wie ein Stempel zur späteren Identifizierung) auf dem Gerät des Nutzers zu setzen. 

Google kann später wieder auf diese Cookies zurückgreifen und bspw. erkennen, dass ich ja auf der Webseite von Zalando.de war - und mir ein spezielles Paar Schuhe anschaute. 

Die Einrichtung funktioniert über das Google Ads-Konto unter Tools > Zielgruppenverwaltung. Dort erhältst du den besagten Code und kannst beliebige Zielgruppen definieren (bspw. Bestellabbrecher). 

Alternativ kannst du bei der Verwendung von Google Analytics über die Analytics-Einstellungen (Zahnrad unten links > Zielgruppendefinitionen in der mittleren Spalte) das Remarketing einrichten.

Der Vorteil über diesen Weg: Du kannst extrem viele Bedingungen für die Listen hinterlegen. Bspw. die Sitzungsdauer, das genutzte Gerät, der Standort usw. 

Diese Listen kannst du dann an ein verknüpftes Google Ads-Konto freigeben.

Beide Wege stehen sich gegenseitig nicht im Weg und haben auch keine gravierenden Nachteile bei der Entweder-Oder Abwägung. Wenn du sehr spezifisch die Listen aufsetzen möchtest, bietet sich Analytics vermutlich mehr an.

Ein paar weitere Tipps über das Allgemeine zum Remarketing findest du hier.  

Welche Remarketing-Möglichkeiten gibt es ohne Cookies? 

Spannend wird es, wenn wir diese Möglichkeit nicht haben oder wir vielleicht auf ältere Zielgruppen (also Besucher von bspw. vor einem Jahr) zurückgreifen möchten. 

Es gibt mehrere Möglichkeiten, Google Ads Remarketing auch ohne diese Pixel und Cookies einzusetzen. 

Alternative 1: 

Du kannst auch eigene Zielgruppen definieren, bspw. auf Basis von besuchten Webseiten, Interessenskategorien, Standorte usw. 

Da die Daten über den Nutzer Google hat und nicht du sammelst, brauchst du aus meiner Sicht (Hinweis: ich bin kein Rechtsanwalt) auch in deiner Datenschutzerklärung die Nutzer nicht auf Remarketing u.ä. hinweisen. 

Denn die Definition nimmst du im Google Ads-Konto vor. 

Und zwar unter Tools > Zielgruppenverwaltung > Benutzerdefinierte Zielgruppen

Google Ads Remarketing   benutzerdefinierte Zielgruppe


Hier kannst du beim Anlegen unterscheiden nach 

  • Interesse
    (Hier definierst du aus den Listen von Google, bspw. "Automobile". Du kannst aber sogar besuchte vorherige URLs [deine Mitbewerber?], genutzte Apps und Orte wie "Fitnessstudio" wählen)
  • Absicht
    (vor allem "kaufbereite Nutzer", also Nutzer die mit ihrem Suchverhalten eine Kaufbereitschaft signalisieren)
Google Ads   benutzerdefinierte Zielgruppe


Sobald du diese erstellt hast, kannst du sie in deinen Kampagnen einfach als Zielgruppe hinzufügen. 

Klar, dass ist keine reine Remarketing-Funktion. Aber du kannst hier schon sehr genau deine gewünschten Nutzer ansprechen, die im Zweifelsfall auch auf deiner eigenen URL waren... 

Remarketing ohne Cookies: Custom Audience 

Alternative 2

Eine weitere Möglichkeit - und ohne Streuverlust - ist das Hochladen von Mailadressen oder Telefonnummern. 

Das ist im Prinzip die gleiche Funktion, die du vielleicht schon von den Facebook Anzeigen kennst. 

  • Du erstellst eine CSV-Datei mit Mailadressen
    (bspw. all deine Newsletterabonnenten, alle Kunden usw.) 
  • Diese Liste lädtst du im Google Ads-Konto unter Remarketing hoch 
  • Google verarbeitet diese innerhalb eines Tages und zeigt dir dann an, wie viele Nutzer im Google-Netzwerk eindeutig identifiziert werden konnten (erfahrungsgemäß zwischen 50 und 80%) und wie groß deine Zielgruppe ist
  • In den Kampagnen fügst du diese Zielgruppe dann hinzu

Hinweis: Du musst Google beim Upload bestätigen, dass du die Zustimmung deiner Nutzer hast. Heißt: rechtlich gesehen musst du dir die nachweisbare Zustimmung holen. 

Fazit

Remarketing ist einer der effizientesten Marketingkanäle - hat also fast immer die höchsten Conversion Rates. 

Du kannst über Google Ads oder Analytics sehr genau die Zielgruppen spezifizieren und solltest diese Möglichkeiten auch nutzen. Teste die verschiedenen Listen durch!

Bspw. in der Laufzeit: je kürzer der Besuch eines Nutzers, desto eher ist er noch in der Problemlösungsfindung oder Kaufentscheidungsphase. 

Nutzer von vor 1 Jahr kannst du vielleicht zum erneuten Kauf, zur Vertragsverlängerung o.ä. animieren.

Wenn du aus verschiedenen Gründen (bspw. in sensiblen Branchen) das klassische Remarketing nicht einsetzen kannst, denke über die Custom Audience oder - mit etwas Streuverlust - die benutzerdefinierten Zielgruppen nach. 

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Autor

6 Kommentare

  • Hallo Herr Mohr,

    da haben Sie aber einen wirklich sehr spannenden Artikel erstellt.
    Wir denken, dass es für viele Leute eher nicht vorstellbar ist, ohne Cookie Pixel zu arbeitenn. Vielen Dank für diesen tollen und lesenswerten Beitrag!

    Liebe Grüße aus Hannover
  • Hi,

    vielen Dank für das Lob und viele Grüße nach Hannover!

    Christoph
  • Hi Christoph,

    vielen Dank für die megaschnelle Antwort!
    Am Ende gilt immer noch das gute alte Motto: "Am besten, testen!"
    Liebe Grüße
    Federica
  • Genau! Und das Motto "Man lernt nie aus" ;)
  • Hi Christoph,
    vielen Dank für Dein Blogartikel, wie immer megagut erklärt und total interessant! Bitte weiter sooo!

    Ich mag auch mit Zielgruppen "spielen" und was ich spannend gefunden habe, sind die "Benutzerdefinierte Zielgruppe mit gemeinsamen Interessen". Wenn meine Zielgruppe bestimmte Webseiten (URLs) oder Apps besuchen oder andere spezifische Interessen als von Google Ads kategorisiert haben, kann ich diese Zielgruppe selber erstellen und mit der Angaben der bestimmten URLs/Apps und / oder Interessen erreichen. Hier aber ist mir eine Frage im Sinne gekommen:

    Kann ich eine GDN Kampagne fahren, deren Zielgruppe Besucher von Social & Professional Netzwerken (z.B. Facebook Fanpage, oder XING Unternehmensseite) sind? Ist es irgendwie möglich, was sagst Du?

    Ich freue mich schon sehr über Dein Feedback und schicke Dir bewundernde Grüße
  • Hey Federica,

    erst einmal vielen Dank für das große Lob und danke an dich für eine treue Leserin ;)

    Also im Prinzip kannst du dort jede externe, öffentliche (also bspw. geht es nicht mit Webseiten, für die ein vorheriges Login nötig ist) Webseite angeben.
    Ich habe es selbst aber noch nicht in der Kampagnensteuerung ausprobiert, ob Google wirklich so spezifisch in der Zielgruppenaussteuerung vorgeht.

    Ich habe es eben mal mit der Facebook-Seite von Coca-Cola getestet und diese als "URL" bei der benutzerdefinierten Zielgruppe hinzugefügt. Auf Facebook gibt es derzeit 107,615 Mio Fans - Google schätzt eine Zielgruppe zwischen 100 und 500 Mio.
    Das kommt aus meiner Sicht super hin.

    Also würde ich sagen: Ja, du kannst auch Facebook-Seiten für die Zielgruppenfindung hinzufügen!

    Viele Grüße
    Christoph

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