13 gravierende AdWords Fehler, die du unbedingt vermeiden musst

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In Schulungen und Kundenterminen fallen mir sehr häufig die gleichen Versäumnisse in AdWords-Konten auf. 

Dabei gibt es manchmal schon bei den Basics gravierende Fehler (nicht selten kommen solche Accounts auch von anderen Agenturen), manches Mal muss man aber auch schon etwas tiefer im AdWords-Thema sein, um Funktionen effizient zu nutzen. 

Ich möchte dir in diesem Artikel einmal aufzeigen, was aus meiner Sicht die gravierendsten Fehler - oder besser "Versäumnisse" es gibt. Nicht immer sind es direkte AdWords Fehler, aber zumindest Funktionen und Strategien die nicht genutzt werden.

Und wie du diese für deinen Account optimal nutzen kannst!

Steigen wir ein! 

1. Deine Kampagnenstruktur ist mangelhaft

Google hat den Qualitätsfaktor. In diesem sind die Hauptkomponenten Klickrate, Anzeigenrelavanz und die Zielseite enthalten. 

Da du diese drei Faktoren (mitsamt aller Unterfaktoren) nur mit einem "roten Faden" erreichen kannst, sollte eben dieser "rote Faden" auch im AdWords-Konto erkennbar sein.

Sprich: Du hast nicht nur eine Kampagne, eine Anzeigengruppe und darunter ALLE Keywords. 

Sondern du setzt thematisch passende Kampagnen auf, darunter spezifische Anzeigengruppen innerhalb dieser Themen.

Denn nur so kannst du thematisch sehr eng gefasste Keywords und passende Anzeigentexte gestalten.

Als Richtwert setze ca. 50 Keywords pro Anzeigengruppe an. Hast du deutlich mehr, wird es meist unspezifisch. 

Ein Beispiel: 

AdWords Fehler 1: Kampagnenstruktur in AdWords


2. Du nutzt kein Conversion Tracking

Du buchst AdWords, gibst Geld aus aber du weißt nicht genau, was aus diesen Klicks eigentlich wird? 

Das machen leider sehr viele Werbetreibende so. Du hast damit aber keinen genauen Überblick, über

  • welches Keyword ein Nutzer zu deiner Seite kam
  • welche Suchanfrage der Nutzer kam
  • welches Gerät er zugegriffen hat
  • von welchem Standort (Stadt oder sogar Postleitzahl) 
  • usw. 

Daher bietet Google (wie nahezu jeder andere Online Marketing-Kanal ebenso) dir das Conversion Tracking an. 

Nutze den Vorteil, dass du online eine direkte Erfolgsmessung hast! 

Es gibt verschiedene Typen von Conversion Tracking: 

AdWords Conversion Tracking


  1. Website: Alles, was auf deiner Website als Aktion gemacht werden kann.
    Beispiele: Bestellungen, Kontaktanfragen, Aufrufen der Navigation, Anmelden zum Newsletter
  2. App: Sofern du eine App hast, kannst du die Installationen und die Interaktionen (was machen die Nutzer innerhalb deiner App) 
  3. Anrufe: Technisch am einfachsten einzurichten, vor allem mit einer "Google Weiterleitungsrufnummer". Hierdurch kannst du definieren, ab welcher Gesprächsdauer ein über AdWords vermittelter Anruf als Conversion zählen soll.
    Mehr Infos über Anrufconversions.  
  4. Import: Fortgeschrittene Funktion, bspw. für Daten aus anderen Systemen oder für den Salesabgleich.
    Mehr dazu in meinem Gastartikel unter Punkt 5.

Mehr zum Conversion Tracking allgemein findest du hier


3. Du nutzt Gebotsstrategien falsch

Google macht es einem vermeintlich leicht. 

Du kannst Gebotsstrategien, bspw. für einen Ziel-CPA, einen Ziel-ROAS oder zum Maximieren von Klicks oder sogar Conversions nutzen. 

Wichtig dabei zu wissen ist: Du brauchst zur Aktivierung der meisten Gebotsstrategien Conversion-Daten. Mindestens 15 Conversions innerhalb von 30 Tagen.

Je mehr Daten du Google je Kampagne anbieten kannst, umso besser funktionieren die Gebotsstrategien. 

Nicht selten sehe ich Fälle, in denen eine Strategie eingesetzt wird, derzeit aber nur 5 Conversions im Monat anfallen. 

Was passiert? Google wird immer defensiver und schraubt die CPC-Gebote von Keywords weiter runter. Irgendwann sind deine Kampagnen inaktiv. 

Selbst die früheren Top-Keywords können davon betroffen sein!

Und denke darüber nach, ob die Strategie für deine Ziele Sinn machen. "Klicks maximieren" bringt wenig, wenn du eigentlich möglichst viele Conversions haben möchtest.  

Tipp 1: Setze Gebotsstrategien in Kampagnen ein, in denen du im Monat möglichst mehr als 30 Conversions hast.

Tipp 2: Kontrolliere regelmäßig deine früheren Top-Keywords. Werden diese noch geschaltet? Wenn nicht, kannst du noch über den AdWords Editor eine Lücke nutzen. 
Denn hierüber kannst du manuell in die CPCs eingreifen ;) 

4. Checke deine Kampagnen-Einstellungen 

Es gibt in den Kamapgneneinstellungen einige Punkte, in denen du dir über die Hintergründe klar sein musst.

Populärstes Beispiel: "Standortoptionen"

Hiermit bestimmst du, ob Google deine Anzeigen auch Nutzern schaltet, die aus Google Sicht "Interesse an deinem Standort" haben. Dadurch kommen gern auch Impressionen aus Afghanistan, Australien usw. zustande. 

Schaue dir gern dazu mein kurzes Video an. 


5. Du nutzt noch keine oder weniger als 4 Anzeigen-Erweiterungen 

Anzeigenerweiterungen sorgen dafür, dass deine Anzeige deutlich mehr Platz einnimmt. 

Und du kannst dem Nutzer weitere Informationen und somit einen Mehrwert zur Verfügung stellen.

Ich empfehle, mindestens 4 dieser Anzeigenerweiterungen je Kampagne zu nutzen und natürlich auch den Effekt auf deine CTR und den CPC zu überwachen. 

Meist hast du einen starken Effekt auf die CTR, damit auch auf die Qualitätsfaktoren.

Die wichtigsten Erweiterungen derzeit (je nach Einsatz): 

  • Sitelinks
  • Zusatzinformationen
  • Snippets
  • Anruf
  • Standort
  • Preise
  • Rezensionen


6. Gebotsanpassungen werden nicht genutzt

In AdWords kannst du Gebotsanpassungen setzen. 

Das sind prozentuale Anpassungen deines max. CPC-Gebots für: 

  • Werbezeiten
  • Standorte
  • Geräte
  • Zielgruppen (Remarketing, demografisch)

Vor allem für die Geräte ist dieser sehr wichtig. Nahezu immer ist die Performance von Nutzern über Mobilgeräte (Smartphones) anders, als über Desktops. 

Nicht selten wird hier das meiste Geld ausgegeben, aber die Conversion Rate über Mobile ist deutlich geringer.

Ebenso bei Standorten: Nicht jedes Land oder Bundesland konvertiert gleich. 

Oder jeder Wochentag.

In all diesen Dimensionen kannst du Anpassungen zwischen -100% und +300% setzen. 

So verteilst du dein Budget sehr viel effizienter! 

Weitere Infos und wie du die optimale Gebotsanpassung berechnest, findest du in diesem Artikel


7. Du nutzt nicht alle Keyword-Optionen

In AdWords gibt es drei Übereinstimmungstypen deiner Keywords:

  • broad / weitgehend passend (Beispiel: rote Schuhe
  • phrase / Wortgruppe (Beispiel: "rote Schuhe"
  • exact / genau passend (Beispiel: [rote Schuhe]

Damit steuerst du, wie breit bzw. wie spezifisch Google deine Keywords zu Suchanfragen der Nutzer zuordnet. 

Bei broad kann es durchaus sein, dass deine Anzeigen auch zu blaue Sneaker gezeigt werden.

Im Fall von phrase muss es dann schon so etwas sein wie günstige rote Schuhe.

Und bei exact muss es wirklich so gesucht werden wie du es gebucht hast. Mit Ausnahme von eindeutigen Vertippern oder manchmal der Wortreihenfolge. 

Mein Tipp: Nutze auf jeden Fall exact für alle Suchanfragen, die für dich relevant sind und die zu Conversions geführt haben! Du kannst die broad-Keywords gern innerhalb der gleichen Anzeigengruppe spiegeln. 

By the way: es gibt noch den broad match modifier. Hier kannst du mit einem + noch definieren, dass dieser Begriff in der Suchanfrage enthalten sein muss (Beispiel: rote +Schuhe). 

Weitere Infos: https://www.christoph-mohr.com/keyword-option-suchanfragen/ 


8. Du bearbeitest die Suchanfragen nicht (einer der häufigsten AdWords Fehler)

Im direkten Bezug zu Punkt 7. 

Sobald du broad oder auch phrase buchst, ordnet Google eine Menge an Suchanfragen zu deinen Anzeigen zu.

Nicht alle davon sind relevant, zielführend oder haben gute Kennzahlen. 

Daher kontrolliere diese regelmäßig und schließe unpassende komplett aus. 

So erreichst du, dass Google diese zukünftig nicht mehr zur Anzeigenschaltung nutzt.  

AdWords Fehler 2: Suchbegriffe



9. Deine Top-Keywords haben keine 100% Impression Share und einen geringen Qualitätsfaktor

In jedem funktionierenden AdWords-Konto gibt es eine Anzahl an Keywords, die innerhalb deiner gesetzten Ziele super funktionieren. 

Also du hast einen sehr guten CPA und eine gute Conversion-Rate.

Dann kontrolliere, ob diese Keywords bei allen Suchanfragen, die es über Google gibt, geschaltet werden. Wie machst du das?

Mit dem Impression Share bzw. dem "Anteil an möglichen Impressionen"

Über Spalten > Spalten anpassen kannst du im Bereich Wettbewerbsmesswerte verschiedene Kennzahlen hinzufügen. 

Wettbewerbsmesswerte


Hierdurch bekommst du je Keyword prozentuale Messwerte.

Liegen deine Top-Keywords schon deutlich über 90% des Anteils? 

Wenn nicht, hat das hauptsächlich zwei Gründe:

  • Rang (das Gebot ist für einen Teil der Auktionen zu gering) 
  • Budget (das Tagesbudget ist zu gering) 


Der zweite Part ist der Qualitätsfaktor. Oben habe ich bereits beschrieben, je höher dieser QF ist (10 ist das Optimum), desto höher dein Anzeigenrang und desto geringer dein zu zahlender CPC. 

Gerade bei den Top-Keywords solltest du mindestens einen Wert von 7 haben. 

Wenn nicht, dann versuche diesen gezielt zu erhöhen. Überdenke deine Kampagnenstruktur, teste neue Anzeigentexte, nutze Anzeigenerweiterungen und werte die Suchanfragen aus! 


10. Du nutzt die demografischen Gebotsanpassungen nicht

Über diese Funktion wird selten gesprochen. 

Du kannst aber innerhalb der Google-Suchkampagnen für Altersgruppen und Geschlechter die Performance sehen UND hier auch Gebotsanpassungen setzen. 

Wenn deine Zielgruppe also hauptsächlich weiblich und jung ist, dann solltest du die Performance der Männer genauer auswerten. 

Vielleicht sogar ganz ausschließen. 

Demografische Merkmale


11. Du nutzt kein Remarketing

Ebenfalls im Reiter Zielgruppen findet sich das Menü für Remarketing. 

Über das Remarketing kannst du Nutzerzielgruppen, die schon einmal auf deiner Webseite waren, erneut ansprechen.

Meist konvertieren diese Zielgruppen deutlich besser, vor allem wenn du dynamisches Remarketing (du zeigst dem Nutzer genau das Produkt, das er sich angesehen hat) oder Zielgruppen für Warenkorb-Abbrecher einsetzt. 

Weitere Infos unter https://www.christoph-mohr.com/dynamisches-remarketing-wie-du-das-machtige-marketing-werkzeug-nutzt/


12. Du nutzt keine Keyword Insertion

Eine sehr mächtige Funktion ist der Platzhalter {Keyword:...} in der Überschrift deiner Anzeigentexte.

Dadurch fügt Google das gebuchte Keyword in die Anzeige, hebt es fett hervor und hat somit meist eine deutlich höhere CTR. 

Nutze diese Möglichkeit! 

Eine Anleitung findest du hier

Achtung ist nur gegeben, wenn du in deinen Keywords unerlaubterweise Fremdmarken nutzt. Denn diese könnten dann in der Anzeige ausgespielt und du abgemahnt werden. 


13. Es werden keine Neuerungen genutzt 

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Denn Google führt regelmäßig neue Funktionen und Innovationen ein. 

Derzeit sind bspw. die "Similar Audiences for Search" interessant. Das ist das Pendant zu den Facebook Lookalikes.

Dabei versucht Google auf Basis der angelegten Remarketing-Zielgruppen andere Google-Nutzer zu finden, die von den Merkmalen (Interessen, Demografie, Standort, Suchverhalten) übereinstimmen. 

Das kann sehr gut funktionieren - teste es! 

Du findest die Ähnlichen Zielgruppen in der Liste deiner Remarketingzielgruppen. 


Was fallen dir noch für Ideen ein und welche Fehler hast du bereits gemacht? 

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Autor

2 Kommentare

  • sehr schöne Übersicht. Vielen Dank - einige mir noch unbekannte Faktoren dabei
  • Hey Chris,

    danke dir für das Lob. Hoffe du merkst dann auch positive Effekte ;)

    Viele Grüße
    Christoph

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